Situation

Die mehrfachen Überschwemmungen im Jahr 2009 und drei Hochwasserwellen im Jahre 2010, bei denen in Aschering und in Traubing erhebliche Schäden an Häusern, einem Spielplatz und am soeben in Aschering neu ausgebauten Bachbett entstanden sind, haben uns wieder die Gefahren bewusst gemacht, die Hochwasser auch in unserem Gemeindegebiet verursachen. Die Hochwasser werden ausgelöst durch oberirdische Gewässer und durch flächenhaft abfließendes Oberflächenwasser in Folge starker oder dauerhafter Regenfälle. Der prognostizierte klimatische Wandel kann auch in unserer Region beobachtet werden. Das Wetter variiert stärker als früher und Extremereignisse wie Stürme, Starkregen aber auch Dürreperioden haben bereits zugenommen. Damit wird sich die Hochwassergefahr deutlich verstärken. Die Schäden werden mit großer Wahrscheinlichkeit zunehmen, wenn nicht entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Effiziente Anstrengungen für einen besseren Hochwasserschutz sind daher unausweichlich. Gewässer enden jedoch nicht an Gemeindegrenzen. Lösungen müssen deshalb grenzüberschreitend angelegt sein und wirken.

Starkregen

noch zu bearbeiten
Quellen:
http://www.lfu.bayern.de/wasser/fachinformationen/niederschlagsmenge_auswertung/starkregen/index.htm

  • Welche Regenmengen wurden in den letzten Jahren beobachtet?
  • Welche Regenmengen werden prognostiziert?

Wasserabfluss und Retentionsgebiete

Hochwasser mit Folgeschäden wird im Gebiet von Pöcking im wesentlichen ausgelöst durch die Bäche, die von Traubing und Machtlfing her die Pöckinger Flur erreichen, ferner duch flächenhaft abfließendes Oberflächenwasser vom Moränenhang westlich von Aschering.
Der von Traubing her führende Bach speist sich aus zwei Ästen, nämlich dem Deixelfurter Bach, der einen Teil seines Wassers über ein Teilungsbauwerk im Wald nördlich von Tutzing in den Starzenbach nach Feldafing führt, und dem Schwarzen Graben. Der Deixelfurter Bach kommt aus dem Waldgebiet westlich von Tutzing, der Schwarze Graben aus den landwirtschaftlichen Flächen südlich von Traubing und aus dem Kerschlacher Forst. Während der Deixelfurter Bach durch die Teilableitung von Wasser und die ausgleichende Wirkung der Deixelfurter Weiher weniger hochwasseranfällig ist, führt der Schwarze Graben, häufig Hochwasser.
Von Machtlfing her führt durch Aschering der Ascheringer Bach. Sein Einzugsgebiet bildet die Flur um Machtlfing im Westen begrenzt durch die Wasserscheide etwa auf der Höhe der Seachten bis zum Bauernhof Friedauer, im Osten begrenzt durch den Moränenzug auf Höhe der IWL-Werkstätten. Zum Einzugsgebiet des Ascheringer Baches zählt damit insbesondere das landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiet nordöstlich von Machtlfing mit schüsselförmigem Geländerelief.

Retentionsräume für Hochwasser bilden derzeit für die beiden Bäche die Flächen um und südlich des Maisinger Sees sowie das Tal des Maisinger Baches zwischen Maisinger See und dem Sägewerksweiher in Maising, ferner für Oberflächenwasser die Feuchtfläche am Weg nach Rothenfeld oberhalb von Aschering.
Ziel des Hochwasserschutzes muss sein, neuen zusätzlichen Retentionsraum zu schaffen ohne Schaden für landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie vorhandenen Retentionsraum in seiner Funktion zu stärken.

Maßnahmen

Speicherfähigkeit der Böden verbessern

Wohnhäuser an der Nordseites des Weges von Aschering nach Andechs sind bei Starkregen durch Oberflächenwasser gefährdet, welches von dem Moränenhang im Westen abfließt. Ursache dafür ist die geringe Speicherfähigeit des Bodens, ausgelöst durch Weidebetrieb, der den Boden verdichtet hat. Hier ist Abhilfe nur durch Einzelmaßnahmen an den Gebäuden möglich. Sie ändern allerdingsnichts an den Ursachen und verlagern den Schaden zwangsläufig auf Unterlieger.

Regenwasserversickerung verstärken

Zu einem gleichmäßigeren Abfluss hoher Niederschlagsmengen ohne zerstörerische Hochwasserspitzen trägt auch die Versickerung von Niederschlagswasser in den Untergrund bei. Sie verbessert zudem die in Trockenzeiten wichtige Wasserversorgung für Mensch und Natur mit Grundwasser.
Aufgrund der geologischen Struktur der Böden, die überwiegend aus wasserundurchlässigem Nagelfluh bestehen, ist eine Versickerung im Pöckinger Gebiet nur durch besondere Maßnahmen zu erreichen. In Pöcking wird derzeit Niederschlagswasser (Tagwasser) an zwei Stellen gezielt in den Untergrund eingeleitet:

  • An der Nordwest-Ecke der Lindenbergsiedlung über eine Sickergrube mit Hochwasserüberlauf nach Westen hin in den Wald.
  • Im Bereich der Wepfersees (Fl.Nr. 408 Gem. Pöcking) westlich der B2. Die Durchlässigkeit des dortigen Sickerschachtes ist mittlerweile verringert, weil bei Starkregen aus den Äckern abgeschwemmtes Sediment die Sohle des Schachtes immer stärker abdichtet.

Weitere Versickerungseinrichtungen für Tagwasser im Gemeindegebiet werden empfohlen. Das gezielte Einleiten von gesammeltem Niederschlagswasser in das Grundwasser gilt grundsätzlich als Gewässerbenutzung und es bedarf allerdings einer wasserrechtlichen Erlaubnis durch die Kreisverwaltungsbehörde (Ausnahmen sind durch die Niederschlagswasserfreistellungsverordnung (NWFreiV) definiert). Als weitere Standorte für Versickerungseinrichtungen im Gemeindegebiet kommen in Betracht:

  • die von einem Graben durchzogene Mulde (Fl.Nr. 269 Gem. Pöcking) des Auwinger Mooses westlich des Feldweges von Jägersbrunn nach Aschering
  • die Mulde westlich von Maising, die zum Maisinger See hin etwässert. Sie kann durch mehrere kleine Dämme, die Tagwasser zurückhalten, dieses verstärkt in den Untergrund eindringen lassen.

Hochwasserscheitel abflachen

Die Hochwasserscheitel können besonders durch Rückhaltebecken beieinflusst werden, die in den Zuflussgebieten das Oberflächenwasser bei starken und andauernden Regenfällen zurückhalten und den Abfluss über einen längeren Zeitraum ausdehnen. Hier bietet sich insbesondere an, im Waldbachtal ein Rückhaltebecken zu bauen (siehe Projekt ).

Verbesserung der Retentionsräume

Die Feuchtfläche am Weg nach Rothenfeld westlich Aschering bildet in niederschlagsreichen Zeiten einen flachen Weiher und damit eine natürliche Retentionsfläche. Deren Überwasser fließt entlang des Weges nach Aschering ab und spült ihn stark aus.

 

Bei großem Wasserfluss verlegt sich der Rohreinlass des anschließenden Grabens an der Nordseite des Weges am Ortseingang von Aschering, sodass das Wasser über die Straße in anliegende Wohnhäuser fließt.

Abhilfe ist möglich, wenn die Wege östlich der Feuchtfläche erhöht und mit einem Überlauf unterfahren werden, dessen Rohr ca. 70m östlich in den Graben auf der Nordseite des Weges nach Rothenfeld führt. Die Feuchtfläche, die früher auch größer war, bekommt damit ein größeres Retentionsvermögen, der Weg wird nicht mehr wie bisher immer wieder ausgespült. Durch gleichmäßigeren Wasserabfluss geht die Überflutungsgefahr der Gebäude am Rothenfelderweg zurück.

Looking for something?

Use the form below to search the site:


Still not finding what you're looking for? Drop us a note so we can take care of it!