Zur Studie …

  • AK Besucherlenkung
    Konzept vom 31.10.2006 (PDF)

Ziel & Aufgabe

Entwicklung eines Konzeptes zur Lenkung von Besuchern in Pöcking

Unser AK hat im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Pöcking“ die Aufgabe übernommen, den Nutzen einer Besucherlenkung in Pöcking zu untersuchen. Wir haben dieses Thema im Wesentlichen unter drei Gesichtspunkten betrachtet:

  • Erholungsräume und Erholungsziele
  • Infrastruktur und Besucherverkehr
  • Informationsmittel und Kontaktanbahnung mit dem Besucher

Ausgangspunkt

… unserer Projektarbeit war eine Inhaltssammlung aktuell bevorzugter Erholungsräume und Erholungsziele in Pöcking. Beispiele sind u.a.: Schloß, Schluchten, Prinzeneiche, Paradies/ Richtung Starnberg, Maisinger See, Aschering/Andechs, Roseninsel, Starnberger See, Reiten, Natur/ Ornithologie, Lisl – Kaiserin Elisabeth/ Museum, Schwimmbad/ Sportpark, Heimatkundemuseum, Fischerkapelle, Schlosskapelle, Jakobsweg/ König-Ludwig-Weg, Wanderwege, Golfer, Hünengräber, Villa Austria, Hotel/ Biergarten/ Eisdiele.

Infrastrukur und Besucherverkehr sind an u.a. an folgenden Punkten relevant: Jugendherberge, S-Bahnhof, Wirtshäuser, Ferienwohnungen, Standesamt/ Rathaus, Dampfersteg, Wander-, Rad- und Reitwege, Sportplätze.

Als Mittel der Information und Kontaktanbahnung zu Besuchern stellen wir uns z.B. vor: Flyer, Karten, Auszeichnungen von Sehenswürdigkeiten, Ausweisung von Wegen, Verwendung von Symbolen wie einer Eule, Krone, Schiff, Schloß, Fahrrad, Wandermann usw. benannt worden. Eine Kontaktanbahnung kann und muß u.E. an fest eingerichteten Informationstellen oder auch über elektronische Medien erfolgen.

Bestandserhebung

Wir haben uns zu den drei wesentlichen Gesichtspunkten „Erholungsräume und Erholungsziele, Infrastruktur und Besucherverkehr, Informationsmittel und Kontaktanbahnung“ zunächst gefragt:

Benötigt Pöcking wirklich besucherlenkende Maßnahmen?

Diese Frage haben wir mit Ja beantwortet, denn Pöcking ist mit seiner landschaftlich attraktiven Lage und seiner intakten Natur bevorzugtes Ziel von Erholungsuchenden aus nah und fern. Um dieses Kapital optimal zu nutzen und zugleich zu schützen, ist daher ein Konzept zur Besucherlenkung sinnvoll. Die Anschlussfrage war daher:

Wie und wo erholt sich der typische Besucher in und um Pöcking?

Hierfür haben wir folgende Gesichtspunkte herangezogen:

  • Erholungsräume/-ziele (frequentierte Besucherpunkte)
  • Besuchertypen
  • Erholungsformen

Diese Gesichtspunkte haben uns geholfen, die Ist-Situation zu bewerten und daraus einen Konzept zu enwickeln. Bekannte Erholungsräume/-ziele mit Ausgangspunkt Pöcking sind z.B.:

  • Starnberger See, Paradies
  • Seeufer Schloß Possenhofen
  • Schiffsanleger
  • Sportplatz
  • Yachthäfen am See
  • Sterzenbachschlucht
  • Maisinger See
  • NSG Maisinger See
  • Maisinger Schlucht
  • König Ludwig-/ Jakobsweg
  • Kloster Andechs
  • München und Umgebung
  • Örtliche/Über- Gastronomie

Diese Erholungsräume werden von Besuchertypen mit voneinander abweichenden Anforderungsprofilen genutzt. Dies sind z.B.:

Typen Anforderungen
Ausflügler Wege: keine bzw. sehr kurze Wege; Infrastruktur: Parkplatz, Gaststätte, Sehenswürdigkeiten
Spaziergänger Wege: kurz, eben, sehr guter Belag, auch bei schlechtem Wetter begehbar, viele Aussichtsmöglichkeiten, hochfrequentiert; Infrastruktur: Parkplatz, Einkehrmöglichkeit, Ruhebänke, Schutzhütten, ggf.Grillmöglichkeiten, Mülleimer
Tageswanderer Wege: lang, ruhig, z.T. steil, feucht und anspruchsvoll (felsig); Infrastruktur: Parkplatz, Einkehrmöglichkeit, Unterstellmöglichkeiten, Aussichtspunkte, Rast- und Picknickplätze teilweise Anreise mit ÖPNV
Spazierradler Wege: sehr guter bis guter Belag, wenig Steigungen, mittlere Distanzen (bis ca. 20 Km) .T. öffentliche Straßen;Infrastruktur: ähnlich der Spaziergänger, teilweise Anreise mit dem ÖPNV
Moutainbiker Wege: längere Disatnzen (größer als 20 km), stele, feuchte und z.T.schmutzige Passagen; Single Tracks, mit Wurzeln und Kies durchsetzte Strecken; Infrastruktur: ähnlich der Halbtages- oder Tageswanderer, Biergarten, z.T. Anreise mit ÖPNV
Rennradler Wege: Teer- oder fester Belag, z.T. öffentliche Straßen/ Rad-/landwirtschaftliche Nutzwege, Steigungen, attraktive Ziele (z.B. Andechs); Infrastruktur: Einkehrmöglichkeit mit Gartenbewirtung, häufig Anreise mit ÖPNV
Jogger Wege: ebene, kurze Wege (bis ca. 5 km) mit festem trockenen Belag; Infrastruktur: wenig Ansprüche, Parkplatz, eventuell Versorgungsmöglichkeiten (z.B. Kiosk)
Schwimmer/ Sonnenanbeter/Liegewiesen Wege: von untergeordneter Bedeutung; Infrastruktur: Parkplatz, und jeweils in dessen Nähe: gemähte Wiesen, mit Schattenbäumen, Wasserflächen, Stege, Mülleimer, Tische, Bänke
Grillen/ Picknick/ Spielwiese Wege: von untergeordneter Bedeutung; Infrastruktur: Parkplatz, und jeweils in dessen Nähe: Feuerstellen, Hütte, gemähte Wiesen, Spielplatz, Mülleimer, Tische, Bänke
Fischer
Jäger
Skilangläufer
Eisläufer
Naturbeobachter/ Vogelkundler
Pilzesammler
Hundehalter

 

Besucher nutzen unsere Erholungsräume in voneinander abweichenden Zeitformen. Auch unter diesem Aspekt stellen Sie daher einen jeweils anderen Anspruch an Infrastruktur und Informationsmittel. Unterschieden werden in der Regel (so auch für Pöcking):

Erholungsformen Merkmale
Feierabenderholung z.T. fußläufige oder radmäßige Entfernung vom Wohnort; wenig Spazierzone; begrenztes Zeitbudget; ruhe-/ entspannungsbedürftige Menschen
Wochenenderholung z.T. Halbtags- und z.T. Tagesausflügler; Kernzeiten: Wochenende und Schulferien
Ferien- und Fernerholung längerfristige Aufenthalte mit Übernachtungen; Ruhe und landschaftliche Schönheit als Attraktion;
sonstige Erholungszeiten/ -formen Kurzaufenthalte unter der Woche z.B. von Senioren oder Familien

Die konzeptionelle Bearbeitung

Jetzt wollten wir die unterschiedlichen Gesichtspunkte in einem Konzept der Besucherlenkung zusammenführen. Uns war klar, daß es bei der Besucherlenkung um eine Steuerung von Besucherströmen geht. Als erste Projektmaßnahme stellten wir uns deshalb ein Wegekonzept für Besucher vor (Wanderwege, Radwege, kulturelle Wege usw.). Wir haben dabei (intuitiv) folgende Aspekte im Auge behalten:

– mögliche übergeordnete Planungszusammenhänge – eine übergeordnete Richtlinie für den Erholungsraum Pöcking – eine übergeordnete Richtlinie für die Erholungsnutzung im Raum Pöcking – Bewertungskriterien – mögliche Steuerungsmaßnahmen.

Diese Aspekte dienen dazu, eine optimale Verbindung von Nutzen- und Schutzfunktion bei der Lenkung von Besuchern und Erholungssuchenden zu erreichen – bei größtmöglicher Wertschöpfung und geringer nachteiliger Auswirkung auf Mensch und Natur.

Mögliche überordnete Planungszusammenhänge werden anhand des folgenden Schaubildes verdeutlicht:

Eine übergeordnete Richtlinie für den Erholungsraum Pöcking zur Besucherlenkung könnte daher lauten:

Erhalt und Entwicklung der attraktiven Kulturlandschaft im Raum Pöcking

  • als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum für den Menschen
  • in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit
  • mit den landschaftstypischen Natur- und Kulturmerkmalen

 

Für die Erholungsnutzung im Raum Pöcking könnte eine übergeordnete Richtlinie lauten:

  • Möglichst geringe Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild durch touristische Einrichtungen
  • Ermöglichung der Erholung für breite Bevölkerungskreise
  • Stärkung des touristischen Angebots: Wandern, Radwandern, Schwimm- und Wassersport, Angeln, Langlaufen im Winter, Naturerlebnis und Kulturerlebnis
  • Verstärktes Angebot von natur- und kulturbezogenen Informationsmöglichkeiten (Faltblätter, Lehrpfade, Infotafeln, Info-Zentren)
  • Erweiterung der Möglichkeiten für Naturerlebnis und Naturbeobachtung
  • Stärkung nd Weiterentwicklung naturbezogener und gesundheitsfördernder Erholungsangebote (Joggingstrecken, Trimmpfad)
  • Förderung von verantwortungsbewusstem Verhalten des Erholungssuchenden
  • Schutz und Beruhigung störungsanfälliger Bereiche
  • Erhalt und Förderung der Vielfalt touristischer Anbieter
  • Breite Streuung des wirtschaftlichen Nutzens, insbesondere für Einheimische

Als Bewertungsfaktoren einer Besucherlenkung wird u.a. das Mittel einer Zonierung nach Kernzonen der Besucherlenkung, einer Zone landschaftsbezogener Erholung und so genannter Infrastrukturzonen genutzt. Dies scheint für unser Konzept geeignet, denn es ermöglicht eine einfache Bewertung der betroffenen Erholungsräume und –ziele. Die Zonen könnten wie folgt definiert werden:

Zone Merkmale Beispiel
1. Kernzonen Vorranggebiete mit Schutzfunktion für Mensch und Natur; z.T. handelt es sich um Erholungszonen in der Stille mit starker Reglementierung für den Fremdenverkehr NSG Maisinger See, Schilfgebiete am Starnberger Seeufer
2. Zonen landschaftsbezogener Erholung Sie dienen als Pufferzonen zwischen den Kernzonen und Infrastrukturzone Wegenetz für Wanderer, Mountainbiker, Reiter, Grillbereiche, Rastplätze, Liege-/Schwimmbereiche
3. Infrastrukturzonen Vorranggebiete für Erholung und Fremdenverkehr: Hier kann und soll intensive Erholungsnutzung stattfinden: Besucherbindung Maisinger Seehof, Maisinger Schlucht, Paradies, Lehrpfad Sterzenbachschlucht

 

Konkret würde eine Bewertung betroffener Erholungsräume an Beispielen im Erholungsraum Pöcking daher bedeuten:

Name des Erholungsraumes Zonen
Maisinger See Zone 3 am Parkplatz und im Biergarten; Zone 2 am See/ Badeplatz; Zone 1 Wege um das Seeufer (NSG)
Seeufer am Schloß Possenhofen Zone 3 am Parkplatz Zone 2-1 am Schloß; Zone 2 Liegeflächen/ Grillflächen am See; Zone 2 Wege entlang See und durch den Wald
König Ludwig-/ Jakobsweg Zone 3 am Parkplatz Zone 2 der Weg
Sonstige Besucherwege Zone 3 am Parkplatz Zone 2 der Weg


Zum Thema möglicher Steuerungsmaßnahmen haben wir uns auf das Vermitteln von Information verständigt (weiche Lenkungsmaßnahmen). Aufklärung und Wissensvermittlung stehen bei uns im Vordergrund.

Übersicht zu möglichen Informationsinhalten/ -mitteln
Wegekonzept Rundweg Maisinger See; Wander-/ Radweg Kloster Andechs; Historischer Rundweg Kaiserin Elisabeth; König Ludwig Weg; Rundweg in Pöcking; Jakobsweg
Informationszentren Heimatmuseum; Bahnhof Possenhofen/ Schloß Possenhofen/ Fischmeisterkapelle
Lehrpfad Sterzenbachschlucht
naturkundliche Highlights „Eiche“
archäologische Highlights Keltengräber
historische Highlights Pestsäule/-gräber
Sehenswürdigkeiten Museum Kaiserin Elisabeth; Heimatmuseum;Schlosskirche, Schloß, Fischerkapelle; historische Schmiede; Villen/ Casino Roseninsel
Sportstätten (auch Winter) Ausschilderung
Verkehrskonzept Ausschilderung Parkplätze; Ausschilderung ÖPNV; Ausschilderungen
Informationstafeln/ -karten an Besucherpunkten
Wegweiser Hotels/Gaststätten/Ferienwohnung

 

Konkrete Projektideen und erste Projektmaßnahmen#

Wir schlagen als Maßnahmenkomplexe für die Startphase einer Besucherlenkung in Pöcking vor:

1. Angebot von Rund-Wanderwegen mit thematischen Schwerpunkten 2. Schaffung und Harmonisierung eines einheitlichen Informations- und Markierungssystems (Info-Pavillions, Info-Tafeln, Wanderwegemarkierung) 3. Aufbau einer Faltblattreihe/ Übersichtskarte zu naturkundlichen und kulturellen Besonderheiten 4. Verstärktes Angebot von Führungen zu naturkundlichen und kulturellen Angeboten 5. Schaffung von Naturerlebnisbereichen (Gewässer, Wald, Flur) sowie Möglichkeiten der Naturbeobachtung (z.B. Ornithologie) 6. Förderung Kinder- und familiengerechter Angebote 7. Entwicklung behindertengerechter Erholungsplätze 8. Lenkung von Natursportarten, wie Mountainbiking, Reiten in der Natur oder Trimmpfad 9. Aufzeigen von Möglichkeiten, wie der Erholungssuchende die Erhaltung von Natur und Landschaft unterstützen kann (Lehrpfade) 10. Kombiaktionen mit dem ÖPNV 11. Verbesserung des Parkplatzangebotes in ausgewählten Erholungsbereichen

>>>Muß noch ausgearbeitet werden

Aus diesen Projektideen leiten wir folgende Projektmatrix ab:

Rundweg 1.Elisabethweg (Vorschläge von Frau Raister für Naherholsuchende mit Rad, Fußgänger, Autofahrer) 2. Weg bekannter Personen Vera Brüne, Orff, Eck, Habsburg, Riefenstahl, Oskar von Miller, Zechbauer (Buchner), Lutz, Villen, in Pöcking, Schmiede, Fischerei 3. Wanderrundweg Raiffeisenplatz, Kirchenweg, Klostermeier, Mühle, Kirchweg, See … Möglichkeit um den See zu gehen (Ornithologie s. Benediktbeuern), Rückweg über Neu Maising 4. Wanderweg Andechs, dann Richtung Herrsching statt Rundweg weiter über König-Ludwig-Weg/ Jakobsweg oder über Machtlfing mit Fahrrad unter Einbeziehung Schiff (Attraktivität)

 


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